Kinder und der Tod

Mit Kindern über den Tod zu sprechen, ist gar nicht so leicht. Kinder gehen oft viel unbefangener mit dem Tod um als Erwachsene. Ihre Fragen treffen uns unvermittelt und bringen uns ins Straucheln. Bei einem Waldspaziergang fragt die Tochter, ob die gepflückte Blume nun tot sei. Der Sohn erkundigt sich, was die Männer in dem großen Kasten aus dem Nachbarhaus transportieren. Die Kinder wundern sich, wo all die Menschen auf den Schwarzweißfotos im Familienalbum geblieben sind.

Nutzen Sie die neugierigen Fragen, um mit den Kindern über den Lauf des Lebens und den Tod zu sprechen. Wenn Sie offen reagieren und ehrlich antworten, nehmen Sie den Kindern die Angst und ermöglichen ihnen einen natürlichen Umgang mit der Endlichkeit des Lebens.
Machen Sie sich klar, was Sie über den Tod glauben, und geben Sie diesen Glauben weiter. Sie können dabei auch darauf eingehen, was andere Menschen über den Tod glauben. Wenn Sie einmal keine Antwort wissen, haben Sie keine Scheu, das vor Ihren Kindern zuzugeben. Auch das ist eine wichtige Erfahrung für sie.

Verbergen Sie Ihre Tränen nicht, wenn sie selbst trauern. Erklären Sie den Kindern, warum sie traurig sind. Lassen Sie sie an Ihren Erinnerungen teilhaben und zeigen Sie Ihnen die Rituale und Orte, die es in der Gesellschaft für Verstorbene gibt: Bestattungen, Friedhöfe, Gedenkplätze.
Auf diese Weise lernen Kinder, dass verstorbene Menschen in unserer Erinnerung weiterleben.

Ein Einstieg in das Thema fällt Ihnen vielleicht leichter, wenn sie gemeinsam eins der folgenden Kinderbücher lesen:

Evan Kuhlmann: Der letzte unsichtbare Junge

Wolf Welbruchs: Ente, Tod und Tulpe

Georg Schwikart: Von Sterben, Tod und Trauer

Heile Wolter, Regina Masaracchia: Oma war die Beste

Uwe Saegner: Papa, wo bist du?

Antje Damm: Kiki

Amelie Fried, Jacky Gleich: Hat Opa einen Anzug an?

Pernilla Stalfet: Und was kommt dann? Das Kinderbuch vom Tod

Susan Varley: Leb wohl, lieber Dachs

Monika Weize, Eric Battut: Wie der kleine rosa Elefant einmal sehr traurig war und wie es ihm wieder gut ging

Jostein Gaarder: Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort